Gebetszeit zu Hause – mit Blick auf Pfingsten

Gebetszeit zu Hause – mit Blick auf Pfingsten

Beten heisst: sich Zeit in der Zeit nehmen. Wir laden ein, in diesen Wochen das Gebet bewusst zu pflegen.

 

Wort zum Einstieg

Am Morgen | in der Mitte des Tages | am Abend | halten wir inne.

Wir wollen unsere Herzen und Hände erheben zu Gott | der unseres Lebens Mitte ist.

 

Pfingsten – was feiern wir da eigentlich? Pfingsten wird immer 50 Tage nach Ostern gefeiert. Von dieser Zeitspanne hat das Fest auch seinen Namen. «Pentekoste» bedeutet auf Griechisch «Fünfzig». Es ist das dritte Hauptfest der Kirche: Nach Weihnachten und Ostern feiern wir an Pfingsten die Sendung des Heiligen Geistes.

 

Das Pfingstwunder
Wie Ostern hat auch das Pfingstfest eine Entsprechung im jüdischen Festkalender. Das Pfingstwunder in Apostelgeschichte 2 ereignet sich, als viele Pilger nach Jerusalem gekommen sind, um das jüdische »Wochenfest« zu feiern. 50 Tage nach dem Passafest erinnert es an die Gabe der Zehn Gebote und damit an den Bund Gottes mit dem Volk Israels. Dieses Fest feiern auch die Jünger, als sie ein »mächtiges Rauschen« hören und »etwas wie Feuer« sich in Form von »Flammenzungen« auf ihnen niederlässt (Apostelgeschichte 2,1-3): Der Heilige Geist kommt auf sie herab. Damit hat Gott einen »neuen« Bund geschlossen, so wie er sich mit dem Volk Israel durch die Zehn Gebote verbunden hat. Am Sinai offenbarte
er sich im Feuer, daran erinnern die Feuerzungen im Pfingstbericht. Der Heilige Geist erfüllt die Jünger mit dem lebendigen Glauben daran, dass Gott Jesus vom Tod auferweckt hat und dass er heute lebt. Sofort beginnen die Apostel, allen voran Petrus, anderen zu verkünden, was sie selbst erlebt haben. Dass sie plötzlich in vielen Sprachen sprechen und alle Zuhörenden sie verstehen können, steht zeichenhaft dafür, dass die Zerstreuung der Menschheit, die in der Verwirrung der Sprachen beim Turmbau von Babel ihren Anfang genommen hat, nun wieder aufgehoben wird. Vom Geist Gottes, dem Geist der Liebe und des Friedens, geleitet, beginnt eine Bewegung, die die Christusbotschaft »bis ans äußerste Ende der Erde« trägt (Apostelgeschichte 1,8).

 

Die Entstehung der ersten Gemeinde
Schon die Wirkung der ersten Predigt ist atemberaubend: Viele nehmen die Botschaft des Petrus an und lassen sich taufen. So entsteht die erste Gemeinde in der Nachfolge Christi. Von diesem Tag an läuft die Botschaft zuerst durch den Mittelmeerraum, dann um die ganze Welt. Überall bildeten sich Gemeinden und Kirchen. Damit ist Pfingsten sozusagen der »Geburtstag« der Kirche.
Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft

 

Ruf in mir Heiliger Geist nach Gott und seiner Gerechtigkeit.

Bet in mir Heiliger Geist um Freude und Zuversicht.

Schrei in mir Heiliger Geist nach Freiheit und Leben.

Wein in mir Heiliger Geist vor Schmerz und Trauer

Klag in mir Heiliger Geist über Trennung und Tod

Sing in mir Heiliger Geist das Lied der Befreiung

Juble mit mir Heiliger Geist im Land der Lebendigen
Anton Rotzetter

 

Komm, Heiliger Geist, erfülle unsere Herzen mit
brennender Sehnsucht
nach der Wahrheit, dem Weg und dem vollen Leben.

Entzünde in uns dein Feuer,
dass wir selber davon zum Licht werden,
das leuchtet und wärmt und tröstet.

Lass unsere schwerfälligen Zungen Worte finden,
die von deiner Liebe und Schönheit sprechen.

Schaffe uns neu, dass wir Menschen der Liebe werden,
sichtbare Worte Gottes,
dann werden wir das Antlitz der Erde erneuern
und alles wird neu geschaffen.

Komm, Heiliger Geist, stärke uns,
bleibe bei uns.
aus der Ostkirche

 

Im Pfingstgeschehen schäumte die dreieinige Gottheit,
wenn man so sagen darf, über.
Sie verteilte sich: lieber | als einsamer Herr zu sein | fliesst sie über | in Menschen hinein.
Kurt Marti

 

Wer bist du, Licht, das mich erfüllt und meines Herzens Dunkelheit erleuchtet?
Du leitest mich gleich einer Mutter Hand, und liessest du mich los,
so wüsste keinen Schritt ich mehr zu gehen.
Du bist der Raum, der rund mein Sein umschliesst und in sich birgt.
Aus dir entlassen, sänk es in den Abgrund des Nichts,
aus dem du es zum Sein erhobst.
Du, näher mir als ich mir selbst und innerlicher als mein Innerstes –
und doch ungreifbar und unfassbar und jeden Namen sprengend:
Heiliger Geist – Ewige Liebe.
Edith Stein

 

Du, Gott des Lebens kommst in unser Leben,
damit wir sehen, wie es um uns steht,
damit wir erkennen, worum es wirklich geht,
damit wir finden, was dem Leben dient.
Bringe uns zurecht, Gott, durch deine Weisheit,
durch deinen Geist.
Birgit Brügge-Lauterjung

 

Segne uns du Gott des Feuers komm und entflamm uns
entfach das Feuer der Sehnsucht schür den Traum einer anderen Welt
verbrenn was uns festhält verseng die Gewöhnung
lass die Hoffnung aufflackern die Leidenschaft aufflammen
den Funken Liebe auflodern schenk uns dein Feuer
damit wir neu entflammen segne uns du Gott des Feuers
lass uns entbrennen und brenn mit uns
Andrea Schwarz

 

Der du größer und weiter bist, als unsere Herzen sein können,
Gott Schöpfer Geist, führe uns über uns selbst hinaus
in die Freiheit deines Geistes und in die Weite des Lebens.

 

Wir sind für Sie da:
Galina Angelova, Pfarrerin, Tel. 055 240 15 41
Thomas Gottschall, Pfarrer, Tel. 055 240 25 77
Claudia Rüegg, Pfarrerin, Tel. 055 240 15 42

 

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